Linie 2000

Die Eiffage Infra-Nordwest wurde von der Deutsche Bahn AG beauftragt, die Bahnstrecke 2000 zwischen Lünen und Münster über eine Gesamtlänge von gut 5 km instand zu setzen, da dort Setzrisse seitlich der Gleise und Gleislagefehler entstanden waren.

Linie 2000

Auftraggeber

Deutsche Bahn AG

Projektvolumen

27 Mio. EUR

Bauzeit

Januar 2020 - Oktober 2020

Im Sommer 2018 stellte die Deutsche Bahn auf zwei Streckenabschnitten der Linie 2000 bei Werne und Ascheberg Setzrisse seitlich der Gleise an der oberen Böschungsschulter fest, wodurch Gleislagefehler entstanden waren. Die Fahrtgeschwindigkeit der Züge in diesen Abschnitten wurde daraufhin auf 70 km/h reduziert. Jetzt soll dieser Teil der Bahnlinie wieder instand gesetzt werden: Eiffage Infra-Nordwest wurde beauftragt, die Bahnstrecke 2000 zwischen Lünen und Münster über eine Gesamtlänge von gut 5 km wiederherzustellen. In den Streckenabschnitten Werne (km 8,8 bis km 12,2) und Ascheberg (km 26,3 bis km 28,2) soll der Damm mit einem fangedammartigen Stützbauwerk stabilisiert und somit die Gebrauchstauglichkeit sichergestellt werden.

„Durch die Herstellung von Spundwänden an beiden Seiten des Gleises, die über eine Gurtung mittels Ankern miteinander verspannt werden, entsteht der Fangedamm“, erklärt Olaf Bartram, stellvertretender Fachbereichsleiter Bahnbau bei Eiffage Infra-Nordwest. „Seit dem 6. Januar 2020 war die Strecke gesperrt. Bis zum Ende der planmäßigen Sperrpause am 12. August mussten u. a. 65 000 m2 Spundwände mit Teleskopmäklern TM 20 und TM22 eingebaut und 14 000 m Anker verbaut werden.“ Die Baustelle an der Linie 2000 war logistisch besonders anspruchsvoll. Denn jeder Anker hat seinen vordefinierten Platz. „Unsere Anker haben jeweils eine eigene Nummer erhalten. Sie sind zwischen 7,5 m und 10,9 m lang und mussten an der genau passenden Stelle im Stützbauwerk eingesetzt werden. Da auf der recht engen Strecke Mäkler zum Einbringen der Spundbuhlen genutzt wurden, war diese somit für andere Fahrzeuge nicht passierbar. Das heißt, alle Baumaterialien mussten bereits am richtigen Ort liegen, bevor die Maschinen den Weg ‚versperren‘ – das erfordert akribische Planung“, so Heiko Grünewald, Projektleiter bei Eiffage Infra-Nordwest und zuständig für die Linie 2000.

Der Abschnitt wurde Stück für Stück in einer Taktplanung imme weiter fertiggestellt, beginnend mit dem Rammen der Spundwände, folgend mit dem Ausschachten und dem Einbau der Anker und abschließend mit dem Betonieren des Stahlbetonbalkens. Anfangs mussten die Arbeiten noch gleisgebunden stattfinden, was den Einsatz der Mäkler zusätzlich erschwerte, denn das Gerät musste samt Spundbohle millimetergenau unter der Oberleitung durchgeführt werden, damit sie an der richtigen Stelle verbaut werden konnte. Mitte April 2020 wurde vom Auftraggeber entschieden, auch die Gleise zu erneuern. Innerhalb von zwei Tagen kümmerte sich Eiffage Infra-Nordwest um den Rückbau der Gleise. Auf der Strecke in Werne wurden auch Teile der Oberleitungen erneuert, sodass die Mäklerarbeiten nun deutlich einfacher durchgeführt werden konnten.

Die neuen Gleise wurden später von der Eiffage Infra-Rail hergestellt. Anfang Juli 2020 wurde vom Auftraggeber weiterhin festgelegt, dass in beiden Streckenabschnitten nun auch der Kabeltrog und alle LST-Kabel erneuert werden sollten. Für die zusätzlichen Arbeiten wurde vom Auftraggeber die Sperrpause bis zum 9. Oktober 2020 verlängert. Von Eiffage Infra-Nordwest wurden der Altbestand an Kabeltrögen und Kabeln zurückgebaut und 5,5 km Kabeltrog neu gebaut sowie 23 800 m Kabel neu verlegt.

Der etwa 42 km lange Streckenabschnitt der Strecke 2000 ist Teil der Verbindung Dortmund–Hamburg und stellt die kürzeste Verbindung zwischen den Städten Dortmund und Münste dar. Die Strecke wurde 1928 eröffnet und verläuft in Teilen in Dammlage. Sie ist eingleisig, elektrifiziert, bahnübergangsfrei und weist insgesamt fünf Kreuzungsbahnhöfe aus. Am 9. Oktober 2020 wurde die Strecke 2000 zwischen Dortmund und Münster mit den erneuerten Streckenabschnitten Werne und Ascheberg wieder komplett in Betrieb genommen. Die Gleise können jetzt wieder mit 160 km/h befahren werden.